Tipps für Herzinsuffizienz-Patienten



Herzinsuffizienz

Gewichtskontrolle

Wiegen Sie sich regelmäßig. Bei einer Gewichtszunahme von mehr als zwei Kilogramm innerhalb von drei Tagen ohne erkennbaren Grund sollten Sie Ihren behandelnden Arzt aufsuchen. Ist die Gewichtszunahme auf Wassereinlagerungen zurückzuführen, wird er die Diuretikadosierung anpassen.
Erhebliches Übergewicht erschwert die Behandlung. Bei Übergewicht (BMI zwischen 25 und 30) oder Fettleibigkeit (BMI größer als 30) gehört deshalb ein Abspeckprogramm zur Herzinsuffizienztherapie.
Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz bereitet oft das Gegenteil Probleme: Appetitlosigkeit und Mangelernährung führen zu einem gefährlichen Gewichtsverlust. Wiegen Sie weniger als 90% Ihres Idealgewichts oder haben Sie innerhalb von sechs Monaten mehr als 5 Kilogramm Ihres früheren Normalgewichts (also ohne Ödeme) verloren, sollten Sie versuchen, Ihr Gewicht wieder etwas anzuheben. Empfohlen werden viele kleinere Mahlzeiten, damit Ihnen Völlegefühl oder Atemnot nicht auf den Magen schlagen und körperliche Belastung, denn die Gewichtszunahme soll durch Aufbau von Muskelmasse und nicht durch Ödeme zustande kommen.

Essen und Trinken

Je schwerer die Herzinsuffizienz, desto wichtiger ist es, die Salzaufnahme zu reduzieren. Auch Salzersatzprodukte sind meist nicht geeignet, da sie im allgemeinen Kalium enthalten. In Verbindung mit den fast immer zur Therapie verwendeten ACE-Hemmern kann es zu einer Hyperkaliämie kommen. Verwenden Sie zum Würzen lieber Kräuter.
Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz müssen Sie auch Ihren Wasserhaushalt kontrollieren und die Flüssigkeitsaufnahme auf 1,5 bis 2 Liter pro Tag beschränken.

Sex, drugs.....

Alkohol in Maßen (!) ist erlaubt, das Rauchen sollten Sie aber spätestens jetzt endgültig aufgeben.
Sex ist erlaubt. Sowohl durch die Erkrankung selbst als auch durch die Medikamente kann es bei Männern zu Erektionsstörungen kommen, die aber behandelbar sind. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt!

Infektionen

Durch Atemwegsinfekte kann sich die Herzfunktion verschlechtern. Sie sollten sich daher gegen Grippe (jährlich) und Pneumokokken (alle 5 Jahre) impfen lassen.

Körperliche Fitness

Körperliches Training ist enorm wichtig. Es verbessert Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebenserwartung. Sind Sie unsicher, wie viel Sie sich zumuten können (meist mehr als Sie denken), sprechen Sie mit Ihrem Arzt und schliessen Sie sich eventuell einer Herzsportgruppe an.

nach den ESC Guidelines for the Diagnosis and Treatment of Chronic Heart Failure, European Heart Journal (2001) 22, 1527-1560