Fieber - Warnsignal des Körpers
Was ist Fieber?
Fieber ist ein Symptom, das vielfältige Ursachen haben kann. Sie sollten es nicht auf die leichte Schulter nehmen und fachliche Beratung in Anspruch nehmen, denn nicht immer ist es einfach zwischen ernst zu nehmendem Warnsignal und eher harmloser Begleiterscheinung zu unterscheiden.
Übersteigt die Temperatur des menschlichen Körpers die Marke von 37 Grad Celsius, spricht man bereits von erhöhter Temperatur oder Fieber. Folgende Einteilung ist üblich:
| 36 bis unter 38 Grad | normale Temperatur | |
| bis 39 Grad | leichtes Fieber | |
| über 39 Grad | Fieber | Arzt befragen |
| über 41 Grad | kritisches Fieber |
Notruf sofort zum Arzt |
Messung
Die Messung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen:
rektal - im Enddarm, die genaueste Methode
axilliär - in der Achselhöhle
oral - im Mund (unter der Zunge)
Die Messwerte bei axilliärer und oraler Messung sind durchschnittlich 0,3 bis 0,5 Grad niedriger.
Daneben kann die Temperatur mit Infrarotthermometern im Ohr gemessen werden. Das ist zwar schnell und angenehm, vor allem wenn bei Kindern gemessen werden muss, die Genauigkeit wird jedoch kritisiert.
Ursachen
Nicht jede Änderung der Körpertemperatur ist krankhaft. Schon im Laufe des Tages kann die Temperatur (rektal gemessen) von morgens unter 37 Grad bis zum Nachmittag auf bis zu 37,8 Grad ansteigen, ohne dass es sich um eine krankhafte Veränderung handeln muss. Außerdem haben die Außentemperatur, das Alter (Säuglinge und Kleinkinder haben eine höhere Körpertemperatur als Erwachsene), Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, emotionale Aufregung und körperliche Aktivität Einfluss auf die Körpertemperatur.
Die weitaus häufigste Ursache für Fieber ist eine Infektion mit Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilzen.
Seltenere Ursachen sind bösartige Tumore, hämatologische Systemerkrankungen, entzündliche Autoimmunerkrankungen des rheumatologischen Formenkreises, Medikamenteneinnahme, Schilddrüsenüberfunktion, Allergien, Exsikkose.
Auch ein Aufenthalt in der Sonne kann zu einer Temperaturerhöhung führen. Im Unterschied zum Fieber liegt hier aber keine Veränderung der körpereigenen Temperaturregulierung vor.
Wie reguliert der Körper seine Temperatur?
Der "Thermostat" des Körpers sitzt im Gehirn, genauer gesagt im Hypothalamus, einer Gehirndrüse mit vielfältigen regulatorischen Kontrollfunktionen. Normalerweise ist dieser Thermostat auf 37 Grad eingestellt. Weicht die Körpertemperatur von diesem Sollwert ab, werden sofort Maßnahmen zur Abhilfe eingeleitet wie z.B. Schwitzen zur Abkühlung oder Zittern zum Aufwärmen.
Fieber entsteht dadurch, dass der Sollwert erhöht wird. Dies geschieht durch Pyrogene, die körpereigener Herkunft sein können (endogene Pyrogene) oder von außen in den Körper eindringen (exogene Pyrogene). Endogene Pyrogene werden bei einer ganzen Reihe von Erkrankungen freigesetzt. Sie entstehen beim Zerfall von Körperzellen (z.B. nach einem Infarkt) oder können von Tumorzellen produziert werden. Auch bei Antigen-Antikörperreaktionen wie sie bei Allergien oder Autoimmunerkrankungen ablaufen können Pyrogene entstehen. Exogene Pyrogene werden durch Bakterien, Viren, Protozoen und Pilze produziert und sind für das Fieber bei Infektionskrankheiten verantwortlich.
Diese Fragen können Arzt oder Apotheker beim weiteren Vorgehen helfen:
Wie hoch ist das Fieber, wann trat es erstmalig auf und wie ist der bisherige Verlauf? (Siehe auch Tabelle)
Besteht Kontakt zu Personen mit Infektionserkrankungen?
Welche weitern Symptome bestehen?
Gliederschmerzen, Kopfschmerz, Abgeschlagenheit, Husten, Schnupfen? (Hinweis auf viralen Infekt)
Halsschmerzen, Ohrenschmerzen?
Erbrechen, Nackenschmerzen, starke Verschlechterung des Allgemeinzustands? (besonders bei Kindern bakterielle Meningitis)
Schmerzen beim Urinieren, getrübter Urin? (Harnwegsinfekt)
Bauchschmerzen? (Appendizitis)
Hautausschlag?
Wurden kürzlich Impfungen durchgeführt?
Haben Sie sich vor kurzem im Ausland aufgehalten?
Besteht die Möglichkeit einer Überhitzung?
Wurden (neue) Medikamente eingenommen?
Hatten Sie in letzter Zeit Zeckenbisse oder Insektenstiche?
Rauchen Sie?
| Art des Fiebers | mögliche Ursache |
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Kontinuierliches Fieber Gleichmäßiges Fieber mit geringsten Schwankungen |
Typhus Lungenentzündung durch Pneumokokken (Temperatur über 39 Grad) Tuberkulose (gering erhöhte Temperatur) |
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Remittierendes Fieber Temperaturdifferenz zwischen Morgen und Abend von 1 Grad ohne fieberfreies Intervall |
Sinusitis Bronchopneumonie Virusinfektionen rheumatologische Erkrankungen |
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Intermittierendes Fieber Tagesschwankungen über 1 Grad mit fieberfreien Phasen |
Septisch bedingtes Fieber akute Pyelonephritis Abszesse Malaria tropica |
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Rekurrierendes Fieber Regelmäßige periodische Fieberepisoden |
Malaria Rückfallfieber Cholangitis |
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Undulierendes Fieber Langsamer Anstieg und auch wieder Abfall im Verlauf von Tagen mit fieberfreien Intervallen |
Morbus Hodgkin |
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Schüttelfrost Rascher Anstieg über 39 Grad mit ausgeprägtem, nicht kontrollierbarem Muskelzittern bis hin zu unwillkürlichen Schütteln des ganzen Körpers |
Sepsis seltener allergische Allgemeinreaktion durch massives Anfluten von pyrogenen Mediatoren |
Behandlung
Was können Sie selbst tun?
Auf jeden Fall sollten Sie für ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen. Pro Grad Temperaturerhöhung wird ein halber Liter Flüssigkeit mehr benötigt!
Da Fieber keine Krankheit, sondern ein Symptom ist, muss natürlich vor allem die Ursache erkannt und behandelt werden, wodurch dann auch das Fieber sinkt.
Fiebersenkende Medikamente sollten normalerweise erst ab Temperaturen über 39 Grad eingesetzt werden. Darunter hat Fieber eine wichtige Funktion in der körpereigenen Abwehr, da die meisten Krankheitserreger temperaturempfindlich sind.
Der am häufigsten eingesetzte fiebersenkende Wirkstoff ist Paracetamol, den es in Form von Tabletten, Zäpfchen und Säften gibt.
Mit dem alten Hausmittel des kalten Wickels sollten Sie eher zurückhaltend umgehen. Solange die Solltemperatur im Gehirn noch hoch geregelt ist, bedeutet eine gewaltsame Abkühlung eine zusätzliche Belastung für den Körper, da er versucht, durch Muskelzittern wieder seine Solltemperatur zu erreichen. Bei abklingendem Fieber sind sie dagegen, z.B. in Form eines Wadenwickels, gut geeignet, ebenso wenn fiebersenkende Mittel eingenommen wurden, denn diese wirken durch eine Absenkung des Temperatur-Sollwerts.