Ein erhöhter Homocysteinspiegel (Hyperhomocysteinämie) ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen, Demenz und Alzheimer. Schätzungsweise 5-10% der Bevölkerung haben erhöhte Homocysteinwerte.
Wenn auch nicht so bedeutsam wie die klassichen Risikofaktoren Cholesterin und hoher Blutdruck, begünstigt der Eiweißstoff Homocystein Arteriosklerose.
Homocystein ist eine Aminosäure, die als Zwischenprodukt im Eiweißstoffwechsel aus der Aminosäure Methionin durch Abspaltung einer Methylgruppe entsteht. Normalerweise wird sie sofort abgebaut: Fehlen die dafür notwendigen Enzyme steigt die Konzentration. Zum weiteren Abbau des Homocystein zum Cystein wird Vitamin B6 benötigt, zur Remethylierung zum Methionin Folsäure und Vitamin B12. Abgesehen von genetischen Defekten kommt als Ursache für die Homocysteinämie in erster Linie eine unzureichende Versorgung mit den Vitaminen Folsäure, B6 und B12 in Frage.
Schon vor gut dreißig Jahren wurden in den USA Zusammenhänge zwischen der Substanz und Herz-Kreislauferkrankungen festgestellt.
Eine erhöhte Homocysteinkonzentration im Blut führt zur vermehrten Bildung freier Radikale, die wie das Homocystein selbst, die Innenauskleidung der Blutgefäße schädigen. Dies ist der erste Schritt zur Bildung gefäßverengender Plaques (Arteriosklerose), der Ursache für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Homocystein soll auch die Produktion von Botenstoffen im Nervensystem beeinträchtigen und die Entstehung psychischer Erkrankungen und Altersdemenzen begünstigen.
Wer ist in Gefahr?
- ältere Menschen (Frauen über 65 und Männer über 50 Jahren)
- Personen mit Herz-Kreislauferkrankungen und/oder Arteriosklerose
- Diabetiker
- Raucher, Alkohol-Konsumenten
Liegen Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauferkrankung vor (Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, hohe Blutfettwerte), ist eine Bestimmung des Homocysteinblutspiegels sinnvoll. Der Wert sollte unter 10 mymol/l Plasma liegen.
Wie Studien zeigen, senkt die Kombination der Vitamine B6, B12 und Folsäure den Homocystein-Blutspiegel deutlich. Diese Vitamine steuern die Aktivität der homocysteinabbauenden Enzyme.
Zur gezielten Nahrungsergänzung gibt es entsprechend zusammengesetzte Präparate, z.B. Folbene (5,4mg Vit.B6, 600myg Folsäure, 9 Vit.B12), Telcor (150 myg Folsäure, 0,75 mg Vit. B6, 1,5 mg Vit B12, zusätzlich 600 mg L-Arginin)
Unter den drei Vitaminen, die für den Homocystein-Abbau erforderlich sind, treten bei der Folsäure am häufigsten Versorgungsengpässe in der täglichen Ernährung auf. 75% der Deutschen gelten als unterversorgt. Zwar kommt die Folsäure in vielen Lebensmitteln vor (dunkelgrüne Gemüse, Salat, Zitrusfrüchte, Getreideprodukte, Bohnen), aber sie ist extrem hitze,- licht- und luftempfindlich. Lange gelagerte oder wieder aufgewärmte Lebensmittel (Kantine) enthalten kaum noch Folsäure.
In der JAVIS-Studie (Jena Atherosclerosis Vitamin Intervention Study) wurde eine Kombination der B-Vitamine Folsäure (2,5 mg), B6 (25 mg) und B12 (0,5 mg) gegen Placebo getestet. Untersucht wurde die Dicke der Arteria carotis-Gefäßwand (IMT) bei Schaganfall-Risikopatienten.
Unter Placebo nahm die IMT weiter zu, in der B-Vitamin-Gruppe stellte man gesunkene Homocysteinspiegel (von über 10 mymol/l auf durchschnittlich 6,56 mymol/l Plasma) und eine abnehmende Dicke der Gefäßwand fest.
Zur Vorbeugung empfehlen wir: Fol Plus